Montag, 18. März 2019

Squarefoot Gardening kommt nach Deutschland

Der Trend zu "Natur pur" ist schon längst angekommen, aber nun kommt etwas Neues zu uns. Es geht um "Squarefoot Gardening". Ein Fuß entsprechen ca 0,3m (1ft = 0,3048m). Dementsprechend ist ein Quadraftfuß ca 0,9m² - gerundet 1m².

Die Idee ist: Auf einer Fläche von 1m auf 1m sollen im Wechsel verschiedene Pflanzen wachsen. Dabei wird die Jahreszeit und die Pflanzennachbarn beachtet. 

Ein Umsetzungsbeispiel kann mir hier sehen:
https://seidenfein.blogspot.com/2015/07/einfach-tolles-gemuse-diy-square-foot.html

Die 1m² große Fläche wird dann 9 gleich große Flächen unterteilt, die fortan einzeln bearbeitet werden.
Das ursprüngliche Squarefoot Gardening beinhaltet nicht nur positive Wechselwirkungen von Nachbarn, sondern auch den Fruchtwechsel. So wird sichergestellt, dass keine Starkzehrer mehrmals auf die selbe Parzelle kommen. So können negative Überraschungen vermieden werden.

Das Schöne am Sqaurefoot Garding ist, dass fast jede(r) diese Methode ausprobieren kann. Man braucht eben nur einen Quadratmeter Platz auf dem Balkon oder im Garten. Somit können auch Städter, die in Zeiten von hohen Immobilienpreisen selber anbauen möchten, nicht darauf verzichten. 
Sollte man keine quadratische Fläche zur Verfügung haben, kann man die Fläche auch als Rechteck gestalten. Man sollte aber darauf achten, die Fläche nicht zu stark zu verzerren, weil sonst der positive Nachbarschaftseffekt (Agglomerationsvorteil) verloren geht. Im Internet gibt es ausreichend Beispiele und Bücher gibt es mittlerweile auch massenhaft zu dem Thema.

Tipp:
Wer nicht gleich mit dem kompletten Squarefoot Gardening einsteigen möchte, sondern sich eher langsam an Urban Farming rantasten möchte, sollte sich trotzdem in die Materie einarbeiten. Dadurch kann mein zumindest Symbiosen im kleineren Stil realisieren. Die bekannteste dürfte wohl die aus Tomaten und Basilikum sein. Doch es gibt noch viele viele mehr und squarefoot gardening ist eine gute Gelegenheit, in das Thema einzusteigen.

Montag, 25. Februar 2019

Neue start-ups in der Urbanfarming Szene

Mittlerweile ist urban farming mehr und mehr bekannt geworden und die ersten Start ups werden richtig groß. Auch Hedgefonds investieren mittlerweile so im großen Stil in urban farming. Das bringt die ganze Idee deutlich weiter in Richtung Umsetzung. Dabei gibt es eine allgemeine neue Entwicklung: diese start-ups suchen mittlerweile händeringend Personal. Der Kurs ist also voll auf Wachstum gestellt!

Zwei start-ups möchte ich heute vorstellen:

Plenty - San Fransisco - http://www.plenty.ag - www.plenty.ag

Plenty setzt auf dezentrale Erzeugung und möchte Großmärkte und kleine Geschäfte beliefern. Klassischer B2B Ansatz eben. Dabei wird im größeren Stil Automatisierungstechnik eingesetzt. Es wird indoor angebaut und der Mehrwert ist eine Erzeugung in der Nähe der Endkunden, um Emissionen beim Transport und natürlich auch um Logistikkosten zu sparen.  

Agrilution - München - http://www.agrilution.de - www.agrilution.de

Agrilution setzt auf B2C. Verbraucher sollen die Hardware kaufen, um sich daheim unabhängig von klimatischen Bedingungen ihr eigenes Minigärtchen indoor zu schaffen. Dabei soll es ohne Erde, sondern mit Substrat gehen. Die Kisten sind mit LED Technik und Verbindung in die Cloud ausgestattet. Automatische Klimaregulierung und Bewässerungssystem ist inklusive. Über den Stromverbrauch war bisher nichts zu erfahren. Zahlreiche Partner sind bereits an Bord. Osram ist Entwicklungspartner. Weitere könnten möglicherweise folgen.

Sonntag, 21. Oktober 2018

Kurze Einführung in LED Technik für Pflanzen

Seit langem mal wieder ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung zum Thema LED Technik.

Eine Art Einführung in das Thema. Das ganze Thema kommt so langsam ins Rollen und es freut mich, dass es auf diesem Gebiet ein Entwicklung gibt.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/landwirtschaft-im-labor-wo-die-erdbeeren-ohne-sonne-wachsen-1.4177054


Montag, 15. Oktober 2018

Sonntag, 17. Juni 2018

Rosenkohl - nicht so einfach


Erstmal ein paar grundlegende Infos zum Thema Rosenkohl:
Rosenkohl ist meist zweijährig, d.h. man kann zwei Jahre hintereinander ernten. Das bedeutet aber auch, dass man etwas langfristiger planen muss.

Der Standort sollte sonnig, ggf. mit Halbschatten sein und der Boden muss nährstoffreich sein. Falls man die Möglichkeit hat, sollte man etwas Hühner- oder Pferdemist oder Kompost die Erde ca. zwei Wochen vor dem Einpflanzen vorbereiten. Ansonsten spielt Wind eine eher untergeordnete Rolle, weil die Stengel später ja recht stabil werden. 

Rosenkohl zieht man am besten aus den Samen. Das geht recht einfach. Man sollte darauf achten, gleich in kleinen Torftöpfchen zu ziehen und diese dann später mit zu verpflanzen. Dadurch kann auch in der Stadt der hohe Nährstoffbedarf am Anfang gedeckt werden.

Sobald die Pflanzen 4 bis 5 cm groß sind, können sie ins Freie. 

Rosenkohl ist oft interessant für Schädlinge (z.B. Kohlfliegen) oder auch für Krähen. Weil Rosenkohl ja später eine Wuchshöhe von ca. 70 bis 75 cm erreicht wird, habe ich gleich ein kleines Gerüst aus Bambus herum gebaut. Das stützt die Pflanzen später zusätzlich im Wind und schreckt die Krähen ab. Aber das Beste ist, dass die Spinnen ihre Netze darin bauen können und darin verfangen sich schon mal Kohlfliegen. Auch eine Zwiebel zwischen dem Rosenkohl hält die Schädlinge ab.

Zusätzlich sollte man in vor allem in der ersten Zeit eine Gelbfalle an das Gerüst hängen, denn wenn man von Anfang an Maßnahmen gegen die Fliegen ergreift, hat man später weniger Ärger. Außerdem sollte man jeden Tag mit den Fingern über die Unterseite der Blätter fahren und die kleinen weißen Larven entfernen. Blätter, die gelb sind, sofort abnehmen und in den Restmüll geben. Nicht in den Kompost, weil auf oder in diesen Blättern höchstwahrscheinlich kleine Larven sind. Mit Ausbringen des Kompost hat man dann ein potenziertes Problem. Ansonsten immer feucht halten. Die Pflanzen müssen bis spätestens Ende Mai ins Freie, sonst wird es mit der Ernte im Herbst nichts mehr.

Spätestens im zweiten Frühjahr Kompost, Dünger oder Mist untermischen. Rosenkohl wächst in großen Töpfen. Am Besten stellte man dann mehrere Töpfe nebeneinander, so dass sich die Pflanzen gegenseitig stützen. Gerade in der Stadt sollte man auf jeden Fall eine Rankhilfe verwenden. Will man Rosenkohl in der Balkonkiste pflanzen, sollte diese mindestens 35 bis 40 cm breit sein, damit die Wurzeln Platz haben. Generell würde ich aber von den Kisten abraten und große Töpfe empfehlen. Hier waren große Kiste mit 50cm Tiefe verfügbar, sonst würde es wahrscheinlich eher nicht klappen.

Rosenkohl ist also schon aufwendig, aber dafür hat man länger etwas davon.

Den Rosenkohl mindestens im Abstand von 35 cm pflanzen. 

Rosenkohl:
Schwierigkeit: schwer
Anforderungen an Boden: hoch
Frequenz der Ernte: gering


Erste Salaternte in diesem Jahr

Der Frühling war diesmal ja ziemlich kurz. Erst viel Regen und dann wurde es heiß: hervorragende Bedingungen für den Salat.

Trotz ein paar Blattläusen lief es wirklich hervorragend dieses Jahr. Der Salat hat insgesamt nur dreieinhalb Wochen gebraucht. 
Wichtig war in diesem Jahr ganz besonders die durchlässige Erde. Etwas sandig sollte es schon sein, denn durch den Klimawandel regnet es seltener, aber dafür dann deutlich stärker.
Durch diese schwer zu kalkulierenden Bedingungen hat sich folgende best prcatice ergeben:
Statt selber zu ziehen, sollte man bei Salat lieber die Setzlinge im Baumarkt kaufen und diese an am besten an einem Tag einsetzen, an dem keine Gewitter zu erwarten sind. Ein kleines Loch machen, mit Wasser befüllen und dann den Setzling mit der Erde einsetzen. 
Außer Durchlässigkeit braucht man beim Boden eigentlich auf nichts zu achten.

Und dann regelmäßig gießen. Mindestens einmal am Tag, am besten Abends. Denn tagsüber ist die Wärme zu stark und zu viel Wasser verdampft.

Bei der Ernte dann unterhalb des Strunks abschneiden (am besten mit einem scharfen kleinem Messer). 
Will man dann nochmal Salat ansetzen, dann die Wurzel ausheben und in das gleiche Loch einen neuen Setzling einpflanzen.

Das Ganze geht übrigens 2- 3x pro Jahr, aber nicht im Topf. Eine Kiste sollte es schon sein. 
Sollte in der Zwischenzeit die Blattlaus Interesse am Salat gefunden haben, einfach eine Seifenlauge (1/3 Spülmittel, 2/3 Wasser) in einen Spritzer füllen und dann möglichst an der Unterseite der Blätter anwenden.

Wer eher auf Bio setzt, sollte mit den Setzlingen gleich ein paar Zwiebeln oder Knoblauch zwischen dem Salat einpflanzen.

Den Salat kann man problemlos im Abstand von 25 bis 30 cm pflanzen.

Salat:
Schwierigkeit: einfach
Anforderungen an Boden: gering
Frequenz der Ernte: hoch



Dienstag, 25. April 2017

Anzucht von Tomaten & Chilis auf dem Balkon

Dieses Frühjahr ist es ziemlich kalt gewesen und immer noch wird Ende April Schnee und Nachtfrost vorhergesagt.
Trotzdem ist es notwendig, jetzt die Pflanzen zu setzen, weil es sonst zu spät für die Ernte werden könnte.

Für die Anzucht unter solchen Bedingungen sind einige Dinge zu beachten:

Ohne eine Anzuchtbox geht es zwar, dauert aber länger. Außerdem brauchen die Töpfe Wärme (so um die 20 Grad, also Zimmertemperatur). Die Wärme gibt es aber Vorzugsweise in der Nähe der Heizung. Das bedingt aber, dass dort die Luft sehr trocken ist. Die Anzuchtbox hilft auch hier, weil sie die Feuchtigkeit doch besser hält.
Auch Torftöpfchen sind prima, weil sie Nährstoffe bereitstellen. Diese passen auch gut in die Box.
Und dann wie immer: mit Erde befüllen, Samen einsetzen und etwas gießen (nicht zu viel). Ein Sprühflasche ist hier besser, weil dann das Wasser nicht in der Box steht, wenn man mal zu viel Wasser gibt.

Die Box sollte dann auf dem Fensterbrett über der Heizung stehen. Dort sollte die Box möglichst viel Sonne bekommen und täglich mit Wasser besprühen, so dass die Erde nie ganz trocken wird.

PS: Ganz wichtig: die Anzuchtbox möglichst nicht tragen, weil sie mit den feuchten Töpfchen schwer wird und das Gewicht dann nicht halten kann. Dann kracht die Box auseinander und ihr habt die Erde und die Töpfchen auf dem Boden.